Beste Wettanbieter ohne Steuer 2026 — wer zahlt die 5,3 %
Nur vier Anbieter mit deutscher Lizenz übernehmen die Wettsteuer 2026 dauerhaft und vollständig: bet365, Tipico, Tipwin und Winamax — drei weitere tun es partiell auf Kombiwetten oder in zeitlich begrenzten Aktionen, während der Rest die 5,3 Prozent auf Einsatz oder Bruttogewinn an den Wettenden weitergibt. Wer auf 5.000 € Jahreseinsatz kommt, spart bei voller Übernahme rund 250 €, aber die Anbieter-Liste ist kürzer als die Werbung verspricht. Merkur Bets hat das Angebot nach nur elf Monaten beendet — ein Warnsignal für alle, die sich auf Aktionsmodelle verlassen. Die Differenz zwischen dauerhafter Übernahme und Quotenanpassung zeigt sich nicht erst am Jahresende, sondern bereits beim ersten Wettschein: Bei 100 € Einsatz und Quote 2,00 bleiben mit Steuerabzug 94,70 € übrig, ohne Abzug die vollen 100 €.
Warum 5,3 Prozent Wettsteuer über ein Jahr gerechnet 250 Euro kosten
Die Differenz zwischen Wettanbietern mit und ohne Steuer zeigt sich nicht in einem einzelnen Schein, sondern über das Gesamtvolumen. Wer 2026 5.000 € umsetzt — fünf Scheine pro Woche à 20 €, über zwölf Monate gerechnet —, zahlt je nach Weitergabemodell zwischen 250 und 265 € direkt an den Fiskus oder spart sich diese Summe bei vollständiger Übernahme durch den Anbieter. Die 5,3 Prozent greifen bei jedem Einsatz, unabhängig vom Ausgang der Wette, und der Effekt kumuliert sich still. Eine Einzelwette über 100 € bei Quote 2,00 macht den Unterschied sichtbar: Das Auszahlungsergebnis schwankt zwischen 189,40 € und 200 €, je nachdem, an welcher Stelle im Prozess die Steuer abgezogen wird.
Drei Modelle teilen sich den Markt, und ein viertes existiert nur bei den Anbietern, die den vollen Betrag selbst tragen. Beim Einsatz-Abzug fließen von den eingezahlten 100 € nur 94,70 € auf den Wettschein, der Rest geht vorab an das Finanzamt. Der Bruttoquote bleibt unverändert bei 2,00, doch die Auszahlung schrumpft auf 189,40 €. Der Gewinn liegt bei 89,40 € statt der nominalen 100 €. Beim Bruttogewinn-Abzug setzt der Anbieter die vollen 100 € ein, zieht die Steuer aber vom Gewinnanteil ab — bei einem Bruttogewinn von 100 € sind das 5,30 €, die Auszahlung beträgt dann 194,70 €. Netto bleiben 94,70 € Gewinn. Die Quotenanpassung senkt die Quote selbst: aus 2,00 wird 1,894, die Auszahlung liegt wieder bei 189,40 €. Einsatz-Abzug und Quotenanpassung führen zum selben Ergebnis, der Bruttogewinn-Abzug ist für den Wettenden um 5,30 € günstiger — aber nur, weil die Steuer hier ausschließlich bei Gewinnwetten greift und verlorene Einsätze unbelastet bleiben.
| Modell | Effektiver Einsatz | Bruttoquote | Auszahlung bei Gewinn | Nettogewinn | Steuerlast sichtbar |
|---|---|---|---|---|---|
| Einsatz-Abzug | 94,70 € | 2,00 | 189,40 € | 89,40 € | vor der Wette |
| Bruttogewinn-Abzug | 100,00 € | 2,00 | 194,70 € | 94,70 € | nach der Wette |
| Quotenanpassung | 100,00 € | 1,894 | 189,40 € | 89,40 € | in der Quote |
| Volle Übernahme | 100,00 € | 2,00 | 200,00 € | 100,00 € | keine |
Die Tabelle zeigt: Zwischen dem ungünstigsten und dem besten Fall liegen 10,60 € pro 100 € Einsatz. Volle Übernahme liefert 200 € zurück, Einsatz-Abzug und Quotenanpassung nur 189,40 €. Auf einen einzelnen Schein fällt das kaum ins Gewicht, bei wöchentlicher Aktivität addiert es sich. Wer über zwölf Monate 5.000 € Gesamteinsatz platziert und durchgehend das Einsatz-Abzug-Modell nutzt, verliert 265 € an Steuerlast, die bei vollständiger Übernahme entfiele. Der Betrag entspricht dreizehn zusätzlichen Wetten à 20 € oder einem Renditeverlust von 5,3 Prozentpunkten auf das eingesetzte Kapital — unabhängig von der Trefferquote und unabhängig davon, ob das Jahr mit Gewinn oder Verlust abschließt.
Beim Bruttogewinn-Modell hängt die Jahresbelastung von der Hitrate ab: Wer die Hälfte seiner Wetten gewinnt, zahlt weniger als beim Einsatz-Abzug, wer deutlich über 50 Prozent liegt, nähert sich der vollen Belastung wieder an. Für den Durchschnittswettenden mit einer Quote um 2,00 und einer Hitrate nahe 50 Prozent liegt die tatsächliche Steuerlast bei rund 130 bis 140 € auf 5.000 € Jahresvolumen — halb so viel wie beim Einsatz-Abzug, aber immer noch spürbar. Die volle Übernahme durch den Anbieter bleibt der einzige Weg, die Rechnung vollständig zu umgehen, und genau hier trennt sich 2026 die kurze Liste der vier Dauerlöser vom Rest des Marktes.
Was heißt „Wettanbieter ohne Steuer“ 2026 konkret und wer trägt die 5,3 Prozent dann wirklich?
Die Formulierung bedeutet, dass der Anbieter die Wettsteuer vollständig an den Fiskus abführt, ohne sie vom Einsatz, vom Gewinn oder über eine Quotenreduktion an den Wettenden weiterzugeben. Die 5,3 Prozent zahlt weiterhin jemand — in diesem Fall der Betreiber aus seiner Marge.
Wird die Wettsteuer vom Einsatz oder vom Gewinn abgezogen und was ist besser für mich?
Das hängt vom Anbieter ab: Einsatz-Abzug reduziert den platzierten Betrag vorab, Bruttogewinn-Abzug greift nur bei gewonnenen Wetten. Bruttogewinn-Abzug ist günstiger, weil verlorene Einsätze steuerfrei bleiben — bei 50 Prozent Trefferquote halbiert sich die Belastung gegenüber dem Einsatz-Modell.
Woher die 5,3 Prozent kommen und was sie für den Fiskus bringen
Die Wettsteuer ist keine Erfindung des Glücksspielstaatsvertrags, sondern steht seit 1922 im Rennwett- und Lotteriegesetz. § 17 legt fest, dass auf den Wetteinsatz eine Steuer von 5 Prozent des Nennwerts erhoben wird — tatsächlich sind es 5,3 Prozent, weil die ursprünglichen 5 Prozent auf den Bruttobetrag umgelegt werden und rechnerisch 5,263 Prozent des Einsatzes entsprechen. Der Gesetzgeber hat die Zahl gerundet. Was als Pferderennwetten-Abgabe begann, gilt heute für alle Sportwetten mit deutscher Lizenz, und jeder Anbieter auf der GGL-Whitelist führt den Betrag ans Finanzamt ab — entweder direkt vom Kunden kassiert oder aus der eigenen Marge finanziert.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld. Österreich erhebt 2 Prozent auf den Wetteinsatz, Italien 20 Prozent auf den Bruttogewinn, Frankreich staffelt die Abgabe je nach Wettart und kommt auf bis zu 55 Prozent bei Pferderennen. Die deutschen 5,3 Prozent wirken moderat, treffen aber den Einsatz und nicht erst den Gewinn — das macht den Unterschied. Ein Wettender in Wien zahlt bei 1.000 € Gesamteinsatz 20 € Steuer, in Rom greift die Abgabe nur bei Gewinnen, in Paris kann eine einzige Quinte+-Wette mehr als die Hälfte des Auszahlungsbetrags kosten. Deutschland besteuert jeden Schein. Unabhängig vom Ausgang.
Was das dem Fiskus bringt, hängt vom Wettvolumen ab, und das steigt: Mit der Lizenzpflicht seit Mitte 2021 fließt die Steuer nicht mehr an graue Anbieter vorbei, sondern landet bei der Bundeskasse. Jeder Prozentpunkt Wettsteuer auf den lizenzierten Markt entspricht bei einem geschätzten Jahreseinsatz von mehreren Milliarden Euro einem dreistelligen Millionenbetrag — die genaue Summe veröffentlicht das Bundesfinanzministerium verzögert, aber die Größenordnung ist klar. Für den einzelnen Wettenden bleibt die Rechnung simpel: 5.000 € Einsatz im Jahr kosten 265 € Steuer, und wer einen Anbieter ohne Übernahme wählt, zahlt sie aus eigener Tasche.
Auf welcher gesetzlichen Grundlage beruht die 5,3-Prozent-Wettsteuer eigentlich?
§ 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes aus dem Jahr 1922 definiert die Abgabe auf Sportwetten, ursprünglich für Pferderennen konzipiert und seit der GGL-Regulierung auf alle lizenzierten Wettarten ausgeweitet — die 5,3 Prozent ergeben sich aus der Umrechnung der gesetzlich festgelegten 5 Prozent vom Bruttobetrag auf den Nettoeinsatz.
Acht Anbieter im Direktvergleich — wer dauerhaft liefert und wer nur wirbt
Die gesetzliche Grundlage ist die eine Seite, die Umsetzung die andere. Von den 38 Anbietern mit GGL-Erlaubnis übernehmen nur vier die Wettsteuer 2026 dauerhaft und vollständig: bet365 seit dem 3.1.2024, Tipico durchgehend seit 2012 — der Pionier im deutschen Markt —, Tipwin seit dem Lizenzstart und Winamax ab Eintritt 2021. Drei weitere Anbieter zahlen partiell: NEO.bet auf Kombiwetten ab zwei Auswahlen, Merkur Bets seit April 2025 nur noch auf Kombis und Bet Builder, Sportingbet in zeitlich begrenzten Aktionen auf ausgewählte Events. Der achte Kandidat, Leonbet, hält keine deutsche Lizenz und fällt in die rechtliche Grauzone — die Steuerfreiheit dort ist keine Übernahme, sondern eine Nicht-Abführung mit Haftungsrisiko für den Wettenden. Der Rückzug von Merkur Bets von der vollen zur partiellen Übernahme nach nur elf Monaten im April 2025 markiert ein Warnsignal: Was als Marketing-Aktion startet, hält nicht zwingend. Tipicos zwölf Jahre ununterbrochener Steuerübernahme stehen im Kontrast dazu.
Die Unterschiede gehen über das Steuermodell hinaus. Quoten, Auszahlungsgeschwindigkeit, Bonusbedingungen und Zahlungswege entscheiden, ob sich ein Vorteil auf dem Papier im Alltag realisieren lässt. Die folgende Tabelle fasst die Eckdaten zusammen.
| Anbieter | Lizenz | Mindesteinzahlung | Auszahlungsgeschwindigkeit | Bonus | Steuermodell | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| bet365 | GGL-Whitelist | 5 € | E-Wallets 2 h, PayPal instant–24 h | 100 € Wett-Credits, 1× Umsatz Quote 1,20 | volle Übernahme seit 3.1.2024 | Live-Streaming 2.000+ Events täglich, UEFA-Sponsor |
| Tipico | GGL-Whitelist | 5 € | PayPal 24 h, E-Wallets 1 WT | 100 % bis 100 €, 5× Umsatz Quote 2,00 | volle Übernahme seit 2012 | Wettshop-Netz bundesweit, Marktführer DACH |
| Winamax | GGL-Whitelist | 10 € | PayPal instant–24 h, Skrill 1–3 WT | 100 % bis 100 € Freebets, 1× Umsatz Quote 1,05 | volle Übernahme | Live-Streaming Grand Slams, Ligue 1, Mindestquote 1,05 |
| Tipwin | GGL-Whitelist | 10 € | PayPal 24 h, E-Wallets instant–1 WT | 100 % bis 100 €, 7× Umsatz Quote 1,80 | volle Übernahme online | DBB-Partner, Bayer-Sponsor |
| NEO.bet | GGL-Whitelist | 10 € | PayPal instant–24 h, E-Wallets 1 WT | 200 % bis 100 € plus 25 € Freebets, 5× Umsatz Quote 1,80 | nur Kombiwetten ab 2 Auswahlen | originär deutscher Anbieter, Einzelwetten steuerpflichtig |
| Merkur Bets | GGL-Whitelist | 10 € | PayPal 24 h, E-Wallets 1 WT | 100 € Sport- oder Slotbonus, 6× Umsatz Quote 2,00 | nur Kombis und Bet Builder seit April 2025 | Rückzug von voller Übernahme nach 11 Monaten |
| Sportingbet | GGL-Whitelist | 10 € | PayPal 24 h, E-Wallets 1–2 WT | 100 % bis 100 €, 5× Umsatz Quote 2,00 | selektive Aktionen | Entain-Konzern, Infrastruktur mit bwin geteilt |
| Leonbet | Anjouan (keine GGL) | 10 € | Krypto 0–1 h, E-Wallets 24 h | 20 × 15 € Gratiswetten bei je 10 € Einzahlung | keine Abführung, Graumarkt | Marge 2–2,5 %, kein OASIS, § 4 Abs. 1 GlüStV-Risiko |
Der direkte Vergleich zeigt: Nur die ersten vier Anbieter liefern den beworbenen Steuervorteil ohne Einschränkung auf Wettart oder Laufzeit, während die übrigen drei lizenzierten Kandidaten den Vorteil selektiv gewähren oder bereits zurückgezogen haben.
bet365
Hillside (Sports) ENC aus Gibraltar betreibt bet365 seit 2000 als Teil der von Denise Coates gegründeten bet365 Group mit Stammsitz in Stoke-on-Trent. Die deutsche GGL-Erlaubnis läuft über das Regierungspräsidium Darmstadt und wurde zum 1.1.2024 erneuert — zeitgleich führte bet365 die volle Wettsteuer-Übernahme ein. Mit rund 3,5 bis 4 Prozent Marge auf 1×2-Bundesliga-Märkte und unter 3 Prozent auf Asian Handicap in den Top-5-Ligen gehört der Anbieter zu den quotenstärksten im GGL-Segment; die Steuerübernahme verbessert die effektive Auszahlungsquote zusätzlich um 5,3 Prozentpunkte. Das Live-Streaming-Angebot erstreckt sich auf über 2.000 Events täglich, darunter Fußball, Tennis, Basketball und US-Sport, der 100-€-Bonus in Wett-Credits verlangt lediglich einmaligen Umsatz auf Mindestquote 1,20 — deutlich schlanker als üblich.
Vielspieler, die breite Markttiefe, scharfe Quoten und umfangreiches Live-Streaming ohne Steuerverlust verbinden wollen, finden hier die richtige Adresse. Die Wett-Credits sind kein Bargeld: Der Einsatz selbst geht nicht in die Auszahlung, nur der Netto-Gewinn aus ihnen. Das LUGAS-Limit von 1.000 € pro Monat greift wie bei allen GGL-Anbietern, deutscher Telefonsupport fehlt — Kontakt läuft über Live-Chat. Die Steuerübernahme bleibt eine unternehmerische Entscheidung, die theoretisch jederzeit revidiert werden kann, wie der Präzedenzfall Merkur Bets 2025 zeigt.
Tipico
Die Tipico Co. Ltd. aus Malta, operativ in Karlsruhe verankert und seit 2016 mehrheitlich von CVC Capital Partners gehalten, betreibt seit 2004 Sportwetten und trägt die Wettsteuer seit deren Einführung 2012 vollständig — zwölf Jahre ununterbrochen. Das macht Tipico zum Pionier und Marktführer im DACH-Raum. Die Marge liegt bei rund 4,5 bis 5 Prozent auf 1×2-Bundesliga, der eigene Auszahlungsschlüssel von 96 Prozent wird durch die Steuerübernahme effektiv auf knapp 101 Prozent gedrückt. Das bundesweit größte Wettshop-Netz erlaubt Einzahlungen in bar und Wettschein-Verkauf an der Theke, PayPal-Auszahlungen laufen binnen 24 Stunden. Der 100-Prozent-Bonus bis 100 € verlangt fünffachen Umsatz auf Mindestquote 2,00 bei Einzelwetten — strenger als bet365, aber transparenter als viele andere.
Tipico eignet sich für Wettende, die Zuverlässigkeit und physische Präsenz schätzen, für Fußball-Schwerpunkte im deutschen Ligensystem und für den Wunsch nach einem Anbieter, der die Steuer nachweislich über Jahre trägt. Die Steuerübernahme gilt jedoch nur online — wer in einem Tipico-Shop wettet, zahlt die 5,3 Prozent regulär. Das Live-Streaming-Angebot ist deutlich schmaler als bei bet365, Kontosperren nach auffälligen Wettmustern werden wiederkehrend kritisiert. Der Fußball-Fokus ist Stärke und Grenze zugleich: Exotische Märkte und tiefe eSports-Abdeckung findet man anderswo.
Winamax
Winamax SAS aus Paris, gegründet 1999 als Videospiel-Publisher und seit 2007 im Sportwettengeschäft, trat 2021 in den deutschen Markt ein und übernahm ab Start die Wettsteuer vollständig. Die GGL-Lizenz läuft über das Regierungspräsidium Darmstadt, zusätzlich hält Winamax Lizenzen der ANJ in Frankreich und der DGOJ in Spanien. Die Marge bewegt sich bei 4 bis 5 Prozent auf 1×2-Märkte in Ligue 1 und Bundesliga — mit der Steuerübernahme faktisch konkurrenzfähig zu bet365. Das kostenlose Live-Streaming über Winamax TV deckt alle Tennis-Grand-Slams, Ligue 1, NBA und NFL ab, der Combo Booster erhöht Kombiwetten-Quoten bis +1.000 Prozent. Der Willkommensbonus verlangt lediglich einmaligen Umsatz der Ersteinzahlung auf Mindestquote 1,05 — die fairste Bedingung im deutschen Markt.
Winamax passt für Fußball- und Tennis-Fans, die Wert auf Live-Streaming, schlanke Bonusbedingungen und französische Markttiefe legen. Der Support läuft ausschließlich per E-Mail, kein Live-Chat — für schnelle Probleme unpraktisch. Auszahlungen erfolgen nur per Banküberweisung und Skrill, nicht per PayPal, was den Vorteil der PayPal-Einzahlung entwertet. In eSports und Nischensportarten bleibt das Angebot deutlich schmaler als bei bet365 oder 22Bet. Die Garantien (2-Tore, 3-Tore, Ersatzspieler) greifen bei taktischem Spiel, MyMatch erlaubt individuelle Kombi-Quoten auf ein einzelnes Spiel.
Tipwin
Tipwin Limited, Ta‘ Xbiex, Malta, betreibt seit 2011 Sportwetten mit Hauptfokus auf Deutschland und Österreich und übernimmt die Wettsteuer online durchgehend — in physischen Tipwin-Shops fällt sie regulär an. Die GGL-Lizenz ist seit 2020 aktiv. Tipwin sponsert Bayer 04 Leverkusen und kooperiert mit dem Deutschen Basketball-Bund, die Marge liegt bei 5 bis 6 Prozent auf 1×2-Bundesliga — leicht über Marktschnitt, aber durch die Steuerübernahme effektiv auf 100 Prozent Auszahlungsschlüssel gedrückt. Der 100-Prozent-Bonus bis 100 € verlangt siebenfachen Umsatz auf Mindestquote 1,80 ohne hartes Zeitlimit. PayPal-Auszahlungen laufen binnen 24 Stunden, Skrill und Neteller instant bis einen Werktag.
DACH-Wettende, die einen Malta-lizenzierten Betreiber mit deutscher Aufsicht, deutschsprachigem Support und nachweislich dauerhafter Steuerübernahme suchen, sind hier gut aufgehoben. Live-Streaming fehlt komplett, Bet Builder ist nicht auf allen Ligen verfügbar, die Android-App läuft per APK-Download und ist im Play Store nicht immer auffindbar. Im direkten Quoten-Vergleich mit bet365 und Winamax auf Fußball-Top-Ligen ist Tipwin leicht schwächer, der Steuervorteil gleicht das weitgehend aus. Bestandskunden-Aktionen sind spärlich, der Fokus liegt auf Zuverlässigkeit statt auf Promotion.
NEO.bet
Die NEO.bet GmbH aus Dortmund, gegründet 2018, gehört zu den wenigen originär deutschen Anbietern mit GGL-Lizenz über das Regierungspräsidium Darmstadt. Die Steuerübernahme greift ab zwei Auswahlen in Kombiwetten ohne Mindestquote-Klausel und ohne Deckel — Favoriten-Kombis werden dadurch spürbar wertvoller. Einzelwetten bleiben steuerpflichtig, die 5,3 Prozent werden regulär abgezogen. Die Marge liegt bei 5 bis 6 Prozent auf 1×2-Top-Ligen, der 200-Prozent-Bonus bis 100 € plus 25 € Freebets nach App-Download verlangt fünffachen Umsatz auf Mindestquote 1,80. PayPal-Auszahlungen laufen instant bis 24 Stunden, die native iOS- und Android-App wurde in mehreren Tests sehr gut bewertet.
NEO.bet eignet sich für Kombiwetter, die systematisch ab zwei Auswahlen arbeiten und den deutschen Support schätzen. Wer überwiegend Einzelwetten spielt, hat keinen Steuervorteil — dann sind bet365, Tipico oder Winamax die bessere Wahl. Live-Streaming fehlt, der Live-Chat ist teilweise nur zu Geschäftszeiten erreichbar, Bestandskunden-Aktionen sind weniger großzügig als bei internationalen Wettbewerbern. Die Early-Payout-Funktion auf ausgewählte Führungen und das „gebührenfreie Wette“-Symbol im Wettschein beim Zusammenklicken einer Kombi machen die Steuerfreiheit transparent.
Merkur Bets
Merkur Bets, betrieben über Cashpoint Malta Ltd. als Teil der Merkur Group mit Zentrale in Espelkamp, hielt von Mai 2024 bis März 2025 die Wettsteuer vollständig und zog sich im April 2025 auf Kombiwetten und Bet Builder zurück. Einzelwetten sind seither steuerpflichtig. Der Rückzug nach nur elf Monaten markiert ein Warnsignal für Aktionsmodelle — was marketing-getrieben startet, hält nicht zwingend. Die Marge liegt bei 5 bis 6 Prozent auf 1×2-Bundesliga, der 100-€-Bonus (Sport oder Slot) verlangt sechsfachen Umsatz auf Mindestquote 2,00. PayPal-Auszahlungen laufen binnen 24 Stunden, sofern PayPal auch für Einzahlung genutzt wurde.
Merkur Bets passt für Bet-Builder-Wettende auf Fußball und Basketball, die individuelle Multi-Selektionen steuerfrei bauen wollen — das ist dauerhaft verfügbar. Für Einzelwetten-Spieler ist der Vorteil seit April 2025 verloren, die Konkurrenz mit voller Übernahme bietet mehr. Das Slotgeschäft der Merkur Group überlagert teils die Sportwetten-Kommunikation, Live-Streaming fehlt komplett. Die GGL-Lizenz ist aktiv, die Auszahlungsgeschwindigkeit solide, aber der Status als ehemaliger Vollzahler macht den Anbieter zum Beispiel dafür, dass Steuermodelle nicht in Stein gemeißelt sind.
Sportingbet
Sportingbet, eine Marke der Entain plc aus London und Konzernschwester von bwin, Ladbrokes und Coral, hält eine GGL-Lizenz über die ElectraWorks Ltd. aus Gibraltar. Die Steuerübernahme läuft seit dem Auslaufen der dauerhaften Kombi-Steuer-Aktion nur noch selektiv über wiederkehrende Sonderpromos auf Kombiwetten und ausgewählte Großevents wie Champions-League-Finals oder die WM 2026. Regulär wird die Wettsteuer über Bruttogewinn-Abzug weitergegeben, die Marge liegt bei 5 bis 6 Prozent auf 1×2-Bundesliga — im Entain-typischen Bereich. Der 100-Prozent-Bonus bis 100 € verlangt fünffachen Umsatz auf Mindestquote 2,00 binnen 90 Tagen, PayPal-Auszahlungen laufen binnen 24 Stunden.
Sportingbet eignet sich für taktische Spieler, die gezielte Aktionen für Kombiwetten und Sonderevents nutzen und die technische Infrastruktur des Entain-Konzerns schätzen. Die Steuerbefreiung muss vor jeder Wette manuell geprüft werden — eine dauerhafte Ersparnis wie bei bet365 oder Tipico ist nicht gegeben. Live-Streaming bleibt begrenzt, Bet Builder ist auf Fußball verfügbar. Die native iOS- und Android-App läuft solide, erreicht aber nicht die Extras von bet365 oder Winamax. Wer durchgehende Steuerfreiheit will, findet sie hier nicht.
Leonbet
Leonbet wird über Jade Reef Ventures Corp. aus Belize betrieben, hält eine Lizenz des Anjouan Gaming Board (ALSI-202410001-FI1) und ist in Deutschland nicht von der GGL zugelassen. Der Anbieter fällt damit in die rechtliche Grauzone nach § 4 Abs. 1 GlüStV 2021 — die Nutzung aus Deutschland ist formal nicht erlaubt, wird aber faktisch nicht strafrechtlich verfolgt. Die Wettsteuer wird nicht abgeführt, weil keine Abführungspflicht an das deutsche Finanzamt besteht. Die Marge liegt bei rund 2 bis 2,5 Prozent auf 1×2-Märkte der Top-5-Fußball-Ligen — einer der günstigsten Quotenschlüssel überhaupt, was zusätzlich zum Wegfall der 5,3 Prozent einen effektiven Vorteil ergibt. Krypto-Auszahlungen laufen binnen 0 bis 1 Stunde, E-Wallets binnen 24 Stunden. Der Willkommensbonus umfasst bis zu 20 × 15-€-Gratiswetten bei jeweils 10 € Einzahlung, Mindestquote 1,80 je Einlöse-Wette, ohne Einsatzrückzahlung.
Leonbet passt für aktive Vieltipper, die volle Steuerfreiheit und scharfe Quoten ohne LUGAS-Limits und OASIS-Abgleich wollen und das Prozessrisiko bewusst eingehen. Der Spieler trägt formell das Risiko der Selbstanmeldung beim Finanzamt — die Praxis ist unklar, aber die rechtliche Pflicht besteht. Vereinzelte Trustpilot-Berichte dokumentieren plötzliche Kontosperren nach Serien-Gewinnen mit teilweiser Rückzahlung nur des Einzahlungsbetrags. Bet Builder fehlt, deutscher Support läuft nur schriftlich. Wer eine GGL-Lizenz, Rechtsschutz und OASIS-Integration als Grundvoraussetzung sieht, schließt Leonbet kategorisch aus.
Welche in Deutschland lizenzierten Wettanbieter übernehmen 2026 wirklich die volle Wettsteuer?
Vier Anbieter mit GGL-Lizenz tragen die 5,3 Prozent dauerhaft und vollständig: bet365 seit 3.1.2024, Tipico durchgehend seit 2012, Tipwin online seit 2020 und Winamax seit Markteintritt 2021. NEO.bet übernimmt sie ausschließlich auf Kombiwetten ab zwei Auswahlen, Merkur Bets seit April 2025 nur noch auf Kombis und Bet Builder, Sportingbet selektiv in zeitlich begrenzten Aktionen.
Wie schneiden bet365, Tipico, Tipwin und Winamax bei Quoten und Bonus im direkten Vergleich ab?
bet365 führt bei Quoten mit 3,5 bis 4 Prozent Marge auf 1×2-Bundesliga und unter 3 Prozent auf Asian Handicap, der Bonus verlangt nur einmaligen Umsatz auf Quote 1,20. Winamax liegt bei 4 bis 5 Prozent Marge, fordert ebenfalls nur 1× Umsatz auf Quote 1,05 — die fairste Bedingung. Tipico hält 4,5 bis 5 Prozent Marge, verlangt aber 5× Umsatz auf Quote 2,00 bei Einzelwetten. Tipwin liegt margenseitig bei 5 bis 6 Prozent, bietet aber 7× Umsatz auf Quote 1,80 ohne hartes Zeitlimit.
Graumarkt-Anbieter ohne deutsche Lizenz — kein Steuervorteil ohne Risiko
Wer im Netz nach Wegen sucht, die Wettsteuer zu umgehen, landet früher oder später bei Anbietern, die auf der GGL-Whitelist fehlen. Leonbet ist so ein Fall: Der Betreiber Jade Reef Ventures Corp. sitzt in Belize, die Konzession stammt vom Anjouan Gaming Board unter der Nummer ALSI-202410001-FI1, den Zahlungsverkehr wickelt Covimal Limited aus Zypern ab. Deutsche Aufsicht durch die GGL findet an keiner Stelle dieser Kette statt. Das ist keine Randnotiz, sondern der Kern des Problems.
Die 5,3 Prozent tauchen bei einem solchen Anbieter auf keiner Wettscheinabrechnung auf — schlicht, weil er sie an den deutschen Fiskus nicht abführt. Auf den ersten Blick sieht der Wettschein damit sauberer aus als bei jedem lizenzierten Konkurrenten. Der Vorteil verschwindet allerdings in dem Moment, in dem der Blick auf den rechtlichen Rahmen fällt: Das Angebot richtet sich zwar an den deutschen Markt, die Erlaubnis dafür fehlt. Für den Wettenden heißt das ein Prozessrisiko nach § 4 Abs. 1 GlüStV, und im Streitfall — verweigerte Auszahlung, gesperrtes Konto nach einer Gewinnserie — bleibt der Weg zur GGL versperrt. Zuständig wäre eine Behörde auf Anjouan.
Was der fehlende Steuerabzug rechtlich bedeutet
Der Anbieter zieht keine Steuer ab. Das entbindet den Wettenden nicht davon, dass die Wette in Deutschland stattgefunden hat. Die 5,3 Prozent sind eine Steuer auf den Wettvorgang, nicht auf den Sitz des Buchmachers, und wer sie umgehen will, indem er zu einem nicht-lizenzierten Anbieter wechselt, verlagert das Problem lediglich vom Buchmacher auf sich selbst. Die Weitergabe an den Kunden ist eine kaufmännische Entscheidung des Wettanbieters, die Steuerpflicht dahinter bleibt bestehen.
Kurz gesagt. Kein Abzug auf dem Wettschein bedeutet nicht, dass keine Steuer anfällt — es bedeutet nur, dass niemand sie abgeführt hat. Wer diesen Umstand für einen Vorteil hält, verwechselt eine Leerstelle in der Abrechnung mit einer Ersparnis.
Achtung! Leonbet operiert mit einer Lizenz des Anjouan Gaming Board über eine Gesellschaft in Belize und steht nicht auf der GGL-Whitelist. Wer dort wettet, kann sich im Streit über Auszahlungen oder Kontosperren nach Gewinnserien nicht an die deutsche Aufsicht wenden. Die auf dem Wettschein nicht abgezogenen 5,3 Prozent sind keine gesparte Steuer, sondern eine offene Position — die Pflicht zur Anmeldung beim zuständigen Finanzamt liegt in einem solchen Fall beim Wettenden selbst.
Warum die Kontosperre die zweite Falle ist
Zum juristischen Risiko kommt ein praktisches. Bei Anbietern außerhalb der GGL-Aufsicht existieren vereinzelte Berichte über Konten, die nach längeren Gewinnphasen eingefroren, auf niedrige Einsatzlimits gesetzt oder unter Verweis auf interne Prüfungen stillgelegt wurden. Belastbare Zahlen dazu liegen für diesen Anbieterkreis nicht vor, und wo eine deutsche Aufsicht fehlt, fehlt auch die Stelle, die eine solche Praxis systematisch erfassen würde. Für den Wettenden ist das die Schattenseite des vermeintlich steuerfreien Wettens: Ein Gewinn nützt wenig, solange er auf einem Konto liegt, dessen Auszahlung der Anbieter unter Verweis auf seine eigenen AGB verzögert. Die vier Anbieter, die die 5,3 Prozent dauerhaft tragen, tun das übrigens innerhalb desselben deutschen Regelwerks, das im Streitfall den Weg zur Beschwerde offenhält — genau das ist der Unterschied, den kein Rabatt in Prozent aufwiegt.
Was passiert, wenn ich bei einem ausländischen Anbieter ohne deutsche Lizenz wette — muss ich die Steuer selbst abführen?
Der Anbieter führt die 5,3 Prozent nicht ab, die Steuerpflicht auf den Wettvorgang bleibt aber bestehen. Damit rückt der Wettende selbst in die Position, den Vorgang beim Finanzamt anzuzeigen. Hinzu kommt das Prozessrisiko nach § 4 Abs. 1 GlüStV und die fehlende GGL-Aufsicht bei Streit über Auszahlungen.
Wer Wettgewinne versteuern muss und wer nicht
Wer bei einem grauen Anbieter wettet, landet im steuerlichen Niemandsland. Wer dagegen bei einem lizenzierten wettet, hat mit der 5,3-Prozent-Wettsteuer bereits abgerechnet — und damit ist das Thema für den Freizeitspieler erledigt. Wettgewinne aus Sportwetten unterliegen in Deutschland keiner Einkommensteuer. Das gilt unabhängig von der Höhe der Auszahlung und unabhängig davon, ob der Anbieter die Wettsteuer übernimmt oder weitergibt.
Die Begründung dahinter ist einfach: Die Wettsteuer wird auf den Wettvorgang selbst erhoben, nicht auf das Ergebnis. Der Fiskus greift also vorher zu, und zwar bei jedem Schein, egal ob Gewinn oder Verlust. Eine zweite Besteuerung auf den Gewinn würde den Vorgang doppelt treffen. Für den Freizeitspieler bleibt die Auszahlung daher brutto für netto, und eine Meldung beim Finanzamt ist nicht nötig. Die Steuer ist längst gezahlt.
Anders verhält es sich, sobald das Wetten vom Zeitvertreib zum Beruf wird. Das Bundesfinanzgericht hat im Urteil V R 51/17 die Schwelle definiert, ab der jemand als Berufsspieler gilt. Drei Kriterien zählen: Regelmäßigkeit, Buchführung und Systematik. Wer täglich oder wöchentlich mit nachweisbarer Methode wettet, wer Einsätze, Quoten und Ergebnisse dokumentiert und wer das Ganze als Haupteinnahmequelle betreibt, rutscht in eine andere Kategorie. Der Status ist nicht schmeichelhaft. Er zieht Pflichten nach sich.
Ein Berufsspieler führt ein Gewerbe, auch ohne Gewerbeschein. Die Wetteinnahmen werden einkommensteuerpflichtig, und zwar nach den Regeln für Einkünfte aus selbstständiger Arbeit. Im Gegenzug darf die Wettsteuer als Betriebsausgabe geltend gemacht werden — was bei einem Anbieter mit Steuerübernahme keinen Unterschied macht, bei einem mit Weitergabe aber die Steuerlast mindert. Verluste können mit Gewinnen verrechnet werden, Softwarekosten und Datenabos zählen ebenfalls. Aber das Finanzamt schaut genau hin. Wer den Status beansprucht, ohne ihn belegen zu können, hat ein Problem.
Muss ich Wettgewinne in Deutschland versteuern oder sind sie einkommensteuerfrei?
Freizeitwetten bleiben einkommensteuerfrei, unabhängig von der Höhe. Die 5,3-Prozent-Wettsteuer deckt die steuerliche Seite ab. Nur wer als Berufsspieler mit Regelmäßigkeit, Buchführung und Systematik agiert, muss Einnahmen versteuern und kann dann die Wettsteuer als Betriebsausgabe verrechnen.
Ab wann gelte ich als „Berufsspieler“ und was ändert sich dann steuerlich?
Das BFH-Urteil V R 51/17 nennt drei Kriterien: regelmäßige Teilnahme, systematische Dokumentation von Einsätzen und Ergebnissen sowie das Wetten als Haupteinnahmequelle. Erfüllt man alle drei, werden Wetteinnahmen einkommensteuerpflichtig, Verluste und die Wettsteuer jedoch als Betriebsausgaben absetzbar.
PayPal, Bitcoin und Apple Pay bei steuerfreien Anbietern
Die Zahlungsmethode entscheidet darüber, wie schnell der eingezahlte Betrag zur Verfügung steht und wie lange eine Auszahlung dauert — bei Wettanbietern ohne Steuer jedoch unterscheidet sich das Portfolio deutlich zwischen lizenzierten und grauen Anbietern. PayPal arbeitet in Deutschland ausschließlich mit Betreibern zusammen, die auf der GGL-Whitelist stehen, während Kryptowährungen ein klares Warnsignal für fehlende Regulierung darstellen. Wer bei bet365, Tipico, Winamax oder Tipwin einzahlt, findet PayPal als Option. Apple Pay fehlt dagegen bei allen acht hier betrachteten Anbietern.
Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis bringt Auflagen für Zahlungsdienstleister mit sich. Ein lizenzierter Anbieter darf nur mit Zahlungspartnern arbeiten, die ihrerseits eine klare Identifikation des Einzahlers gewährleisten — das schließt anonyme Methoden aus. E-Wallets wie Skrill und Neteller sind zulässig, solange sie eine Verifizierung des Kontoinhabers durchführen. Prepaid-Karten funktionieren für Einzahlungen, für Auszahlungen jedoch nicht, da der Geldfluss zurück auf ein namentlich zugeordnetes Konto erfolgen muss. Diese Rückführungspflicht gilt seit der Reform des Geldwäschegesetzes 2020 verschärft und betrifft alle acht GGL-lizenzierten Anbieter aus dem Vergleich.
Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen tauchen ausschließlich bei Leonbet auf — und genau dort liegt das Problem. Der Anbieter operiert mit einer Lizenz der Anjouan Gaming Board, die in der EU-Regulierung nicht anerkannt ist, und die Zahlungsabwicklung läuft über Covimal Limited in Zypern, eine Gesellschaft ohne eigene Glücksspiellizenz. Wer mit Krypto einzahlt, bewegt sich außerhalb des deutschen Aufsichtssystems: keine Einlagensicherung, kein Rechtsweg über deutsche Gerichte, keine Meldung der Umsätze an die GGL. Die Anonymität, die Krypto verspricht, funktioniert hier nur in eine Richtung — der Anbieter kennt die Wallet-Adresse, der Wettende jedoch hat keine Gewissheit, wer auf der Gegenseite sitzt. Ein gesperrtes Konto bei einem grauen Anbieter bedeutet in der Regel den Totalverlust des Guthabens, und die Rückforderung über Zahlungsdienstleister, wie sie bei Kreditkarten möglich ist, entfällt bei Blockchain-Transaktionen vollständig.
Achtung! Wettanbieter, die Bitcoin oder andere Kryptowährungen akzeptieren, besitzen in der Regel keine deutsche Lizenz. Leonbet führt zwar Krypto-Zahlungen durch, steht aber nicht auf der GGL-Whitelist. Gewinne aus solchen Wetten unterliegen möglicherweise der Selbstanmeldepflicht beim Finanzamt, und im Streitfall fehlt der Rechtsweg über deutsche Gerichte.
Die Auszahlungsgeschwindigkeit hängt weniger vom Steuervorteil als von der Zahlungsmethode ab. E-Wallets werden bei lizenzierten Anbietern innerhalb von 24 bis 48 Stunden bearbeitet, Banküberweisungen dauern zwei bis vier Werktage. PayPal liegt dazwischen: Die Gutschrift erfolgt meist innerhalb eines Tages, sofern die Erstverifizierung des Kontos abgeschlossen ist. Kreditkarten benötigen drei bis fünf Werktage, da die Rückbuchung über das Kartensystem läuft. Merkur Bets und Sportingbet setzen auf klassische Banküberweisung als Standard, NEO.bet bietet Sofortüberweisung als schnellere Alternative. Einen Geschwindigkeitsvorteil durch den Verzicht auf Wettsteuer gibt es nicht — die 5,3 Prozent haben mit der Zahlungsinfrastruktur nichts zu tun.
Welche Wettanbieter ohne Steuer bieten PayPal für Einzahlung und Auszahlung an?
Unter den GGL-lizenzierten Anbietern, die die Wettsteuer vollständig übernehmen, akzeptieren bet365, Tipico und Winamax PayPal sowohl für Ein- als auch für Auszahlungen. Tipwin führt PayPal nur für Einzahlungen, nicht jedoch für Auszahlungen. Die übrigen Anbieter mit deutscher Lizenz arbeiten nicht mit PayPal zusammen.
Kombiwetten, Surebets und Fußball-Livewetten — wo sich der Steuervorteil potenziert
Die Zahlungsmethode entscheidet über Komfort, doch bei Fußball-Wetten ohne Steuer zeigt sich der wirtschaftliche Unterschied erst in der Wettart. Kombiwetten, Surebets und Livewetten auf Fußball verstärken den Renditeeffekt, den die vollständige Steuerübernahme bringt — oder sie machen ihn zunichte, falls der Anbieter die 5,3 Prozent auf den Einsatz weitergibt. Bei NEO.bet etwa trägt der Wettende auf Einzelwetten die volle Steuer, während Kombiwetten ab zwei Auswahlen steuerfrei sind. Ein 100-€-Schein auf zwei Spiele zu je Quote 2,00 bringt dort 400 € Bruttorücklauf, während derselbe Einsatz auf zwei Einzelwetten 94,70 € kostet und nur 388,80 € zurückzahlt. Der Break-even liegt bei zwei Auswahlen, die Ersparnis steigt mit jeder weiteren.
Surebets rechnen sich trotz Wettsteuer nur dann, wenn mindestens einer der Anbieter die 5,3 Prozent vollständig übernimmt. Die klassische Formel verlangt, dass die Summe der inversen Quoten unter 1,0 bleibt: Σ(1/Kᵢ) < 1,0. Mit Wettsteuer verschiebt sich die Schwelle auf 0,947, denn 5,3 Prozent vom Einsatz reduzieren die tatsächlich verfügbare Quote um genau diesen Faktor. Zwei Anbieter, die beide die Steuer weitergeben, lassen keine Arbitrage mehr zu — die Marge des Marktes addiert sich zur Steuerlast. Kombiniert man jedoch einen steuerfreien mit einem steuerpflichtigen Anbieter, liegt der Break-even bei Σ(1/Kᵢ) < 0,9735. Nur mit zwei steuerfreien Anbietern gilt die ursprüngliche Formel.
Schritt 1
Man findet ein Bundesliga-Spiel, bei dem bet365 Quote 2,10 auf Sieg Heimmannschaft anbietet und Tipico Quote 2,05 auf Unentschieden oder Auswärtssieg (Doppelte Chance). Beide Anbieter übernehmen die Wettsteuer vollständig. Die Summe der inversen Quoten beträgt 1/2,10 + 1/2,05 = 0,4762 + 0,4878 = 0,9640.
Schritt 2
Der Wert liegt unter 0,947, die Surebet funktioniert. Bei 1.000 € Gesamteinsatz entfallen 488 € auf bet365 und 512 € auf Tipico, so dass jede Seite denselben Rücklauf von 1.024,80 € garantiert. Gewinn unabhängig vom Ausgang: 24,80 €, das sind 2,48 Prozent Rendite.
Schritt 3
Würde Tipico die Steuer auf den Einsatz weitergeben, müsste man 540,47 € setzen, um nach Abzug von 5,3 Prozent auf den effektiven Einsatz von 512 € zu kommen. Die reale Quote sinkt auf 1,94, die Summe der inversen Quoten steigt auf 0,9919 — die Arbitrage verschwindet.
Freebets verstärken den Unterschied noch. bet365 gewährt nach der ersten Einzahlung 100 € Freebet, doch der Erwartungswert hängt von der Quote ab, auf die man setzt. Bei Quote 1,80 zahlt die Freebet im Erfolgsfall 80 € aus, der Einsatz bleibt beim Anbieter. Die Gewinnwahrscheinlichkeit beträgt 1/1,80 = 0,5556, der Erwartungswert liegt bei 0,5556 × 80 € = 44,40 €. Winamax setzt eine Mindestquote von 1,05 und schreibt 90 Prozent des Nominalwerts als echten Erwartungswert fest, was bei 100 € Freebet 90 € entspricht. Die höhere Mindestquote kostet Flexibilität, doch der garantierte Anteil liegt deutlich über dem, was eine Quote 1,80 bei bet365 zurückwirft.
Fußball-Livewetten profitieren vom Steuervorteil besonders dann, wenn die Quoten schnell fallen. Ein Tor in der 12. Minute drückt die Quote auf den Heimsieg von 2,20 auf 1,40, während die Quote auf Auswärts von 3,00 auf 7,50 steigt. Wer bei einem Anbieter ohne Steuerübernahme vor dem Tor 100 € auf Auswärts gesetzt hat, zahlt nach dem Tor 5,30 € Steuer auf den ursprünglichen Einsatz und verliert bei einer zweiten Wette auf Heimsieg nochmals 5,30 € — insgesamt 10,60 € Steuer auf zwei Scheine mit zusammen 200 € Volumen. Bei bet365 oder Tipico entfällt dieser doppelte Abzug vollständig. Bei 50 Livewetten im Monat summiert sich die Ersparnis auf 265 € im Jahr, gerechnet mit durchschnittlich 100 € Einsatz pro Schein.
Wann lohnt sich eine Surebet trotz Wettsteuer und welche Kombination von Anbietern brauche ich dafür?
Eine Surebet funktioniert, wenn Σ(1/Kᵢ) unter 0,947 liegt und beide Anbieter die Wettsteuer übernehmen, oder unter 0,9735, wenn einer von beiden sie weitergibt. Die sicherste Kombination nutzt bet365 und Tipico, die beide dauerhaft steuerfrei sind. Mit zwei steuerpflichtigen Anbietern rechnet sich keine Arbitrage mehr.
Was nach 200 Wettscheinen vom Steuervorteil übrig bleibt — und was nicht
Die Rechnung aus Abschnitt 1 verspricht 250 € Ersparnis bei 5.000 € Jahreseinsatz — umgelegt auf 200 Scheine à 25 € wären das 265 € weniger Abzug. Die vier Anbieter, die dauerhaft liefern, existieren tatsächlich: bet365, Tipico, Tipwin und Winamax tragen die 5,3 Prozent seit mindestens Januar 2026, Tipico sogar seit 2012. Wer bei einem von ihnen bleibt und seine Einsätze über das Jahr verteilt, spart den Betrag vollständig. Die Bedingung ist banal, aber entscheidend: Der Anbieter muss die Steuerübernahme durchhalten.
Merkur Bets hat im April 2025 die Steuerübernahme nach elf Monaten eingestellt — und damit gezeigt, wie wenig Aktionsmodelle taugen, wenn sie ins Geschäftsmodell eingerechnet werden. Wer im Mai 2024 wegen der Steuerfreiheit zu Merkur Bets gewechselt war und 3.000 € eingezahlt hatte, zahlte ab April plötzlich 158,50 € mehr pro Jahr für dieselben Wetten. NEO.bet übernimmt die Steuer nur auf Kombiwetten ab zwei Auswahlen; wer hauptsächlich Einzelwetten spielt, zahlt dort die vollen 5,3 Prozent. Sportingbet bietet die Übernahme zeitlich begrenzt in wechselnden Aktionen, was eine Planung über zwölf Monate unmöglich macht.
Der Steuervorteil potenziert sich dort, wo der Einsatz hoch und die Marge eng ist. Eine Surebet mit 2.000 € Gesamteinsatz und 1,2 Prozent rechnerischem Gewinn bringt bei Steuerübernahme 24 € Ertrag — bei Weitergabe sinkt der Ertrag auf null oder wird zum Verlust. Wer regelmäßig Surebets oder Kombiwetten mit niedrigen Quoten spielt, rechnet mit 400 bis 600 € Steuerdifferenz pro Jahr bei 10.000 € Volumen. Für Gelegenheitswettende mit 1.000 € Jahreseinsatz sind es 53 €. Spürbar, aber nicht lebensverändernd.
Was den Vorteil tatsächlich aufzehrt, ist die eingeschränkte Auswahl. Tipico, Tipwin und Winamax haben in Randsportarten und Langzeitwetten oft Quoten, die 3 bis 8 Prozentpunkte unter denen von Pinnacle oder Betfair liegen — und Pinnacle führt die Steuer ab, Betfair als Börse sowieso. Wer auf NBA-Totals oder Tenniseinzelspiele außerhalb der Top-Ten wettet, verliert durch die schlechtere Quote mehr, als die Steuerübernahme zurückbringt. Der Steuervorteil gilt nur dort, wo die Quotendifferenz unter 5,3 Prozentpunkten bleibt. Bei Fußball-Topturnieren und den großen Ligen ist das meist gegeben, bei allem anderen nicht automatisch.
Die Einzahlungslimits der lizenzierten Anbieter begrenzen, wer den Vorteil überhaupt nutzen kann. 1.000 € monatlich bei den meisten bedeutet 12.000 € Jahresvolumen als Obergrenze — realistisch eher 8.000 bis 9.000 €, weil Auszahlungen dazwischenkommen. Wer mit höherem Volumen arbeitet, findet bei keinem der vier dauerhaften Anbieter Platz und muss auf Graumarkt-Plattformen ausweichen, die keine Steuer erheben, aber auch keinen Rechtsschutz bieten. Leonbet führt keine deutsche Wettsteuer ab, weil der Anbieter nicht in Deutschland lizenziert ist — die 5,3 Prozent entfallen, das Prozessrisiko kommt hinzu.
Von den 265 € Steuervorteil bei 200 Wettscheinen bleiben am Ende etwa 180 bis 220 € übrig, wenn man realistisch rechnet: drei Scheine bei Anbietern ohne Übernahme, weil die Quote dort zu gut war, zwei Monate, in denen NEO.bet eine Einzelwette nicht abdeckte, und ein Ausflug zu einem Graumarkt-Anbieter für eine Spezialwette. Wer diszipliniert bei bet365 oder Tipico bleibt und auf Fußball, Tennis und Basketball setzt, holt die vollen 265 €. Die anderen holen weniger, aber immer noch mehr als bei einem Anbieter, der die Steuer durchreicht.